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Die Uni hat begonnen, die Ferien sind vorbei. Aber das macht überhaupt nichts, da ich ja neuerdings vom Institut für’s Lauern in Studienpunkten bezahlt werde.

Heute wäre dann der erste Teil des Experiments “Selbststudium” und ich habe bereits mein Zimmer aufgeräumt, neue Namensschilder an der Tür angebracht, für meine Mitbewohnerinnen Musik hochgeladen und eine E-Mail nach London geschrieben. Ein voller Erfolg und eigentlich könnte ich jetzt auch mal Feierabend machen, aber als typische Berliner kreative Workalkoholikerin und mach jetzt nochmal die dritte Linkliste. Viel Spaß damit!

Bret Victor hat ein wirklich wunderbares Essay darüber geschrieben, wie eine Lernumgebung für’s Programmieren aussehen kann bzw. sollte. Er bewirbt hier zwei Prämissen, zum einen sollte eine Lernumgebung nicht etwa Routinen vermitteln sondern die Lernenden zu einer Denkweise befähigen, die sie selbstständig zu Lösungen finden lässt, zum Anderen müssen ProgrammiererInnen das was sie ausführen sehen und verstehen können:

  • Programming is a way of thinking, not a rote skill. Learning about “for” loops is not learning to program, any more than learning about pencils is learning to draw.
  • People understand what they can see. If a programmer cannot see what a program is doing, she can’t understand it.
Thus, the goals of a programming system should be:
  • to support and encourage powerful ways of thinking
  • to enable programmers to see and understand the execution of their programs

Der Artikel lohnt sich wirklich, sowohl für Programmierende als auch Programmierlehrende und -lernende. Vielleicht können die ein oder Anderen daraus ein paar Tips mitnehmen, worauf sie beim Lehren achten müssen und Lernende können darauf basierend womöglich besser ihren Lernprozess analysieren und verbessern.
Um mal zu visualisieren, was ihn nervt an weniger guten Programmierkursen, ein schönes Bild aus seinem Artikel:

Ein neuer Python Course in da house! Die zwei lächelnden Herren aus dem Video das ein wenig awkward ist, haben eine neue Lernumgebung entwickelt, die Browser-basiert ist. Dabei liegt der Fokus vor allem darauf, dass interaktiv gelernt wird. Was auch immer das heißen mag. Aber die Vorschau sah recht simpel und schlank aus und im Verlaufe des Kurses werden unter Anderem auch Spiele programmiert. Außerdem geht es dabei nicht darum, Expertenprogrammierer heranzuzüchten, sondern die Grundlagen von Python auf unterhaltsame Art und Weise zu vermitteln. Oder, wie Scotty im Video so schön sagt:

When you’ve finished our course, we can’t promise that you will be a professional programmer. But you’ll definetely know enough to be dangerous!

Ich hab das selber noch nicht ausprobiert, könnte das aber durchaus mal probieren die nächsten Wochen. Über Erfahrungsberichte in den Kommentaren freue ich mich sehr!

Ein recht interessanter Artikel über die redundanten Prozesse in der Lebensrealität von Programmierenden:

for me, programming builds an acutely negative mindset over time. I’m always asking the question “what’s wrong with this?”

Das erste Mal, das ich ein ernsthaftes und gut erklärtes “Mimimi” aus dieser Ecke höre. Und das meine ich durchaus positiv. Mehr Kommentare gibt es dazu auf Hacker News.

Ein Spiel! Ein richtig hübsches, niedliches sogar. Ich war aber selbstverständlich zu ungeduldig (ja, ich nenne es “ungeduldig”), um besonders weit zu kommen. Vim ist ein Editor, genauer ein Programm zur Textbearbeitung, das von vielen Programmierenden verwendet wird, um Programme zu schreiben.Mit “Vim Adventures” kannst du spielerisch die Bedienung von vim erlernen. Danach kannst du dir vim installieren und bist von nun an Teil der Jahrtausende alten EDITOR WARS, die schon viele interessante Diskussionen dahin gerafft haben. Du kannst dir aber auch “emacs” installieren. Ich sag das aber nur, um nicht parteiisch zu wirken. Ich nutze schließlich immer noch “nano”… Das ist so als würden alle anderen mit X-Wings und Laserschwertern kämpfen, ich aber nur mit Löffeln und einem Kettcar, damit es sich nicht mal lohnt, mich überhaupt anzufeinden.

Hier werde ich neuerdings gefeaturetted. Danke dafür! Auch wenn ich immer noch stark dafür bin, dass eine “Technik”-Rubrik eingeführt wird. Gerade wenn es darum geht, weibliche Vorbilder ins Rampenlicht zu rücken. Ich denke, die Notwendigkeit von öffentlich sichtbaren Frauen in den traditionell eher männlich besetzten Fächern liegt auf der Hand und wurde zuletzt durch den Ada-Lovelace-Day wieder ins Gedächtnis gerufen. Und mir fallen auf Anhieb ein paar Persönlichkeiten ein, die in der Technik-Rubrik gut aufgehoben wären. Also an guten Beispielen mangelt es definitiv nicht ;)

Ich wollte das ja selber schreiben. Muss ich aber nicht, gibt’s schon. Ich betone bei Vorträgen, hier im Blog und in Gesprächen immer wieder, dass es sich lohnt, sich mit IRC (Internet Relay Chat) auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt, hust, um meinen Chat (##fionalerntprogrammieren) zu joinen. Wo im Übrigen AnfängerInnen sehr gerne gesehen sind. Ich bin dort allerdings meist abends und Mittwochs bis Freitags ganztags online bzw. anwesend.

Diesen Freitag allerdings nicht, ich tauche nämlich als Urlauberin getarnt mit einem in Berlin basierten Spion zu Recherchezwecken für ein paar Tage in London ab, wo sich das Institut für “Digital Anthropology” befindet. Der erste und bisher weltweit einzige Master in Anthropologie mit einem Fokus auf Digitale Medien, wo die Studierenden u.A. auch Programmieren und Fotografieren lernen. Das sind ja Dinge, die mich zufällig auch beschäftigen…Dort treffe ich die Koordinatorin des Instituts um sie auszufragen und bin sehr gespannt, wie die Schnittstellen zwischen Informations- und Geisteswissenschaft hergestellt und erfasst werden. Außerdem habe ich vor das Science Museum zu besuchen, in dem sich gerade – I shit you not – eine Dauerausstellung über Turing befindet. Ich werde berichten.

Bleibt zu sagen: Keine Panik. Auch du bist Turing-vollständig.
Bis dann.

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