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Semesterferien sind manchmal auch nichts weiter als eine vorlesungsfreie Zeit, ehrlich. Das alte Lied: Ich finde im Moment überhaupt keine Zeit zum Programmierenlernen und das wird sich die nächsten zwei Wochen voraussichtlich auch nicht ändern. Zwischen Hausarbeiten, Lernen, Artikel und Geburtstag-Feier-Marathon ist es natürlich auch eine Frage der Prioritätensetzung, das gebe ich zu. Aber die Zeit rennt davon und da sich Bafögzahlung und Zeit in einer verhängnisvollen Abhängigkeit zueinander befinden, muss ich wohl oder übel meine Prüfungen schreiben.
Und ja, ich hatte Geburtstag, da habt ihr richtig gelesen. Abgesehen von meinem Gejammer gibt es auch gute Nachrichten! Ich habe nämlich viele tolle Geschenke bekommen, z.B. eine Heißklebepistole (Peng! Danke Sigi!) oder das Buch „What Technology Wants“ (Danke Mspro!), oder ein Buch von Kathrin Passig, überreicht von Kathrin Passig persönlich! (Ich glaube sie würde es gut finden, wenn ich erwähne, dass ich mir dieses Buch selber gewünscht habe)  Aber all die lieben Leute, die an mich dachten müssen neidlos anerkennen, dass dieses Geschenk das mit Abstand sinnvollste war:

pony

Vielen lieben Dank, Linuzifer – auf dich ist Verlass!

Für die Streberin-Credibility habe ich auch extra die Brille aufgelassen, damit ihr mir das mit den Hausarbeiten glaubt. Stressige Geschichte das mit dem Studieren. Aber ich hoffe, dass zumindest eine erlesene Auswahl an Links euch bei Laune hält. Viel Spaß!

Eine Liste mit zehn Programmen, die vom Terminal aus gesteuert werden. Ein sicherer Umgang mit der Konsole ist der erste wichtige Schritt beim Programmierenlernen und auch für die generelle Auseinandersetzung mit dem Computer das A und O. Von hier aus können Prozesse manuell gesteuert werden und es werden sehr viel mehr Handlungsoptionen jenseits des Klickbaren ermöglicht. Das Tutorial von Zed Shaw habe ich schon mehrfach erwähnt und kann es gar nicht häufig genug tun: Auf Learn Code The Hard Way werden  einem die grundlegenden Befehle für’s Terminal vermittelt.
Mit dem minimalistischen Window Manager i3, der weitestgehend ohne klickbares Interface funktioniert, habe ich mich selber quasi dazu gezwungen, mehr mit der Konsole zu arbeiten. Aber es muss nicht gleich das komplette Interface unklickbar gemacht werden. Einen Anfang können auch Terminal-basierte Programme darstellen, um die Logik der Befehlseingabe kennenzulernen und sich daran zu gewöhnen, in schwarzen Fenstern zu agieren, statt zwischen bunten Buttons hin- und herzuklicken.
Bisher kenne ich nur vim und irssi von der Liste, würde aber gerne mal Mutt, einen E-Mail-Client ausprobieren und Cmus, einen Music Player, besser kennenlernen.
Es macht mir auf jeden Fall Spaß, solche Programme näher kennenzulernen und sich in die Befehle einzufuchsen. Es steht dem eigentlich nichts im Wege, es müssen nur die Befehle gelernt und verinnerlicht werden und im Zweifelsfall findet sich immer jemand aus der Community, der oder die einem weiterhelfen kann.

Scott Hanselman hat einen sehr erfrischenden Artikel inmitten der manchmal etwas einseitigen Diskussion über das Programmierenlernen geschrieben.

People seem to fall on the side of „Everyone should learn to code! Teach the babies Common Lisp!“ or „Not everyone can be a programmer! Relax!“ […]

We need to teach kids to think and to be excited about thinking.

Code should be taught – in age appropriate ways – as part of a larger „solving problems“ curriculum.

Hanselman geht es eher dabei eher um die Fähigkeit, Abstraktionen und Algorithmen grundlegend zu verstehen und die Logik dahinter zu begreifen, also darum, ein spezifisches Nachdenken zu erlernen und damit Probleme zu lösen.

Ich bemühe mich selber häufig darum, Leuten zu erklären, dass es mir ebenfalls weniger wichtig ist, dass ich schnell lerne, möglichst viel Code zu produzieren. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn ich niemals auch nur irgendein Programm schreibe, viel wichtiger und interessanter finde ich es, die Praxis des Programmierenlernen zu durchschauen und bestimmte Logiken dahinter zu verstehen. Sicherlich ist der Titel meines Blogs dahingehend etwas irreführend, aber ich denke, jede und jeder Lernende muss für sich selber entscheiden, wieviel er oder sie erlernen möchte, wieviel Zeit dafür investiert wird und was die Ziele sind. Universelle Zielsetzungen wie „Du hast erst Programmieren gelernt, wenn du ein Patch für den Linux-Kernel schreibst oder ein Datenverarbeitungsprogramm erfunden hast“ sind dabei nicht konstruktiv und hindern im Zweifelsfall Leute eher daran, sich überhaupt mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zumindest mache ich die Erfahrung bei mir und häufig im Gespräch mit Leuten, die mit dem Programmieren lernen anfangen wollen. Zu hohe Ansprüche stehem dem Vorhaben manchmal im Wege, deswegen weise ich oftmals darauf hin, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn am Ende des Lernprozesses nicht die Verwandlung in eine Programmierexpertin steht. Stattdessen sollte der Spaß am Lernen, die Beschäftigung mit Code und eine Begeisterung für neue technische Themen im Vordergrund stehen.

Ich denke allerdings weiterhin, dass es zwischen der Fähigkeit, eine verstopfte Toilette zu reparieren und dem Verständnis für Code einen Unterschied gibt, der in den resultierenden Verschiebungen von Machtverhältnissen liegt. Aber…ach, ihr wisst schon.

Und nochmal ein schöner Link mit Terminal-Content. Ein Twitter-Account, der regelmäßig schöne Commands für die Konsole twittert. Ich verstehe nicht immer alles und gerade habe ich einen Command ausprobiert, den ich nicht richtig verstanden habe:

PS1="\e[32m$PS1\e[0m"

Jetzt ist meine Kommandozeile irgendwie zur Hälfte dunkelgrün und das was ich eingebe oder was ich als Output bekomme ist hellgrün, so wie vorher.

Screenshot - 03192013 - 06:47:35 PM

Was hab ich bloß getan? Ich habe keine Ahnung!

Aber ist auch nur halb so wild. Immerhin habe ich euch den dummen Fehler vorweggenommen, einen  Befehl, den ich nicht komplett verstehe und rückgängig machen kann, einzugeben. Ich hoffe ihr habt dabei etwas gelernt!

Mail-Verschlüsselung ist eine unheimlich wichtige Sache. Das weiß ich ganz genau, ich habe nämlich immer noch keine und werde dafür regelmäßig beschimpft. Zu Recht!
Gerade im Bereich des Aktivismus ist es eigentlich unerlässlich und eine Sache der gegenseitigen Rücksichtnahme, seine E-Mails und Chats zu verschlüsseln und den sensiblen Content nicht … sagen wir… Gmail oder so in die Hände spielt. Ähem.
Im Moment fliegen vermutlich 99 Prozent des verschlüsselten Mailverkehrs von Nerd zu Nerd. Und machmal bestimmt auch zu einem Nicht-Nerd, der aufgrund schmerzhafter Erfahrungen und seiner prekären Situation bereits gecheckt hat, wie wichtig Verschlüsselung sein kann. Oder hätte sein können.
Cryptocat ist eine Möglichkeit, dieses Gefälle in Chats aufzubrechen, wenn es auch einige Sicherheitsmängel gegenüber der professionellen Verschlüsselung aufweist. Aber das ist immer noch besser als gar keine Verschlüsselung.

Cryptocat is an open source web application intended to allow secure, encrypted online chatting. Cryptocat encrypts chats on the client side, only trusting the server with data that is already encrypted. Cryptocat is delivered as a browser extension and offers plugins for Google Chrome, Mozilla Firefox and Apple Safari.

Eine ausreichende Alternative zu PGP ist es natürlich nicht, und jedeR sollte sich jetzt zumindest mal in den Wikipedia Artikel zu PGP einlesen. Die Profis unter euch können ja mal die nächste Gelegenheit nutzen, um sich jemanden Geneigtes aus dem nähren Umfeld zu schnappen, um den Kram beizubringen. Verschlüsselter E-Mail-Verkehr ist eine zunehmend wichtige Voraussetzung um sich gegen Interventionen zu schützen. Von welcher Seite diese auch immer kommen mögen. Eine aktuelle interessante Debatte darüber anhand der De-Mail gibt es übrigens morgen im Bundestag.

Die siebenjährige Lina kann jedem Buchstaben seinen Binärcode zuordnen. Wie ein kleiner Computer! Coole Sache.
Schade, dass einem jungen Mädchen, das sich so sehr aus dem Fenster tradierter Geschlechterrollen herauslehnt trotzdem eine überdimensionierte rosa Tastatur und Bühne gebaut werden mussten.

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