Kommando Kommandos!

Liebe Lesende

jemand sehr weises sagt einmal „Benutz deine Kommandozeile, du Idiot!“

Ich hab vergessen, wer das war, aber ich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass es schonmal jemand gesagt hat.

Auf FLP habe ich schon mehrmals darauf hingewiesen, wie wichtig ich die Auseinandersetzung mit der Shell finde und dieses Tutorial verlinkt. Denjenigen, die sich noch immer nicht an ihr Terminal gewagt haben, sei die Einführung zum verlinkten Terminal empfohlen mit der originellen Überschrift Shut Up And Shell. Ansonsten habe ich auch noch ein paar gute Gründe auf Lager:

  • Ein Terminal sicher handhaben und seine Funktionsweise verstehen zu können ist essentiell für das Programmierenlernen
  • Ein Terminal muss nicht das klickbare Interface ersetzen. Es erweitert den Rahmen an Handlungsoptionen in der Bedienung des Computers
  • Durch die Verwendung von Befehlen lernst du deinen Computer noch einmal ganz anders kennen. Die Verzeichnisstrukturen, welche dadurch erst sichtbar gemacht werden, ermöglichen dir ein ganz anderes und weniger abstrahiertes Verständnis der Funktionsweise deines Computers
  • Früher oder später wirst du nicht nur Befehle kennenlernen, welche dasselbe ermöglichen wie ein Klick, sondern auch Befehle, welche dir mehr ermöglichen
  • Dieses „Mehr“ bedeutet oftmals ein Anpassen deines Computers an deine Bedürfnisse und eine Verwendung, welche über die von den Präkonfigurationen vorgegebenen abweicht
  • Kommandozeile lernen ist also Kapitalismuskritik lernen!

Und noch viel mehr. Diese Erkenntnisse ziehe ich aus meiner eigenen Erfahrung und aus dem, was ich bei anderen Leuten beobachten konnte.
Das Terminal zu erkunden gliedert sich ein in eine ganze Reihe von Aktivitäten, welche ein besseres Verständnis von Computern ermöglichen. Sie befähigen und ermutigen zum Einen, Konfigurationen und Aussagen über Computertechnik infrage zu stellen und sie andererseits auch zu bewerten. Es stellen sich neue Fragen, wie bspw.

„Was passiert eigentlich, wenn ich jetzt zufällige Bytes an meinen Bildschirm schicke?“ oder

„Ist es eigentlich notwendig, dass die Installation von Linux auf Uefi-basierten Laptops so kompliziert ist?“

oder

„Kann es sein, dass die Telekom ein bisschen spinnt?“

oder

„Warum kann ich den Akku meines Macbooks nicht selber austauschen“

oder

„Hm, ich darf angeblich diese Datei nicht löschen/bearbeiten/lesen/öffnen, na das wollen wir doch mal sehen…“

Oderoderoder. Das sage  ich immer wieder und immer wieder gerne: Das Programmierenlernen bietet mir viele Antworten. Aber vor allem bietet es neue Fragen.
Das Schöne am Kommandos-Lernen ist, dass es wirklich sehr leicht nebenbei passiert. Es ist wie spanische Vokabeln lernen, wenn man sich gerade in Spanien befindet. Es ist wie wenn man viele verschiedene vietnamesische Ausdrücke für „Nein danke, sehr nett, aber ich bin wirklich satt“ lernt, wenn man sich gerade bei seinen vietnamesischen Verwandten befindet. Man braucht sie auf jeden Fall und verinnerlicht sie durch permanente Verwendung.

Und ja, ich muss und will auch mehr Befehle lernen. In Zukunft werde ich öfter mal einen Post über ein paar Linux-Commands verfassen, angefangen bei den Basics. Ich hoffe, dass ich damit ein paar Leute motivieren kann, ebenfalls die wunderbare glitzer-bunti-freie Welt der Konsole kennenzulernen. Wenn ihr Tips für besonders tolle, kluge, das Leben erleichternde und für AnfängerInnen geeignete Commands habt, dann her damit.

Danke an Andreas, der mir dieses Buch schenkte, das mich letztendlich zu diesem Blogpost inspirierte.

 

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