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Manche By-The-Ways sind zu sehr On-The-Way um nebenbei erwähnt zu werden. Deswegen gibt es heute eine kleine Zwischenmeldung zu meinem Nicht-Programmieren, meinem Seminar und dem begleitenden Blog.

Nicht zuletzt, weil das Seminar in der Anfangszeit unheimlich viel Zeit frisst. Programmierzeit ist gerade Mangelware, aber das nehme ich in Kauf, da die Aufgaben, die sich uns als Lehrende stellen, enorm spannend, wenn auch zuweilen sehr anstrengend sind.

Wer sich für die Schnittstelle von informationswissenschaftlichen Themen und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen interessiert, möge weiterlesen – der Rest sollte sich überlegen, welchen Beitrag Broccoli je zu unserer Gesellschaft geleistet hat und die Antwort bitte bis Sonntag 20:00 in die Kommentare schreiben. Das ist TEILNAHMESCHEINBEDINGUNG.

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Wie schon erwähnt, leite ich dieses Semester ein Seminar, beziehungsweise ein Projekttutorium über die Annäherung von Kulturwissenschaften und Netzphänomenen. Da ich mittlerweile weiß, was HTTP mit Salamipizza zu tun hat, habe ich mich an meinem Institut zu so etwas wie „Die macht was mit Computern und vermutlich isst sie viel Salamipizza und hat eine schlechte Körperhaltung“ gemausert. Hurra!

Gemeinsam mit Jan Schnorrenberg leite ich mehr oder weniger deswegen ein Seminar über DAS INTERNET, wo wir mit den Studierenden gemeinsam versuchen, die Annäherung weiter voranzutreiben. Das tun wir mittels dreier Strategien:

1. Recherche und somit Erschließung weiterer potentieller Forschungsfelder, um den Diskurs über Internet in den Disziplinen zu erweitern

2. Reflexion und Problematisierung traditioneller Methodik, beispielsweise: „Wie geht teilnehmende Beobachtung im Netz, wenn überhaupt?“ oder „Wie können wir strukturell anonymen Feldern als Forschende entgegenkommen“

3. Eigene Forschungen, um die Überlegungen dazu zu erproben, zu widerlegen und mitzuteilen.

Die Ergebnisse des Seminars halten wir  zusammen mit den Studierenden auf unserem Blog http://netzkulturen.net fest, um sie zu teilen und zur Disposition zu stellen. Darüber hinaus soll das Blog den meines Erachtens sehr lebendigen und gerade erst beginnenden Diskurs über die gesellschaftswissenschaftliche Erschließung von Netzphänomenen adressierbar machen.

Vor einigen Tagen habe ich für das Seminar einen Vortrag über die Technik und Geschichte des Internets gehalten. Im Artikel schreibe ich über die Notwendigkeit, sich als KulturwissenschaftlerIn auch mit der Technik des Feldes auseinanderzusetzen.
Womit vielleicht die Relevanz für FLP klarer wird  – so einen Vortrag hätte ich ohne das Wissen, das ich mir die letzten anderthalb Jahre angeeignet habe, nicht halten können.
Darüber hinaus wird daraus ein weiterer Grund ersichtlich, weswegen es sich lohnt, sich näher mit technischen Grundlagen von Computern und Internet auseinanderzusetzen, auch wenn keine Karriere als ExpertenprogrammiererIn vorgesehen ist.

Jan hat gestern einen Artikel über vergangene Ansätze, aktuelle Irritationen und zukünftige Perspektiven der kulturwissenschaftlichen Erforschung des Netzes geschrieben. Der Artikel bietet eine gute Arbeitsgrundlage und Übersicht darüber, mit was wir uns eigentlich beschäftigen.

Ich freue mich sehr über interessierte Leser und Leserinnen, die mich rüber ins andere Blog begleiten – und wieder zurück natürlich!

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Und wenn erstmal die re:publica nächste Woche vorbei ist (wir sehen uns am Montag von 14-22 Uhr an der Akkreditierung) gibt es auch wieder Code, versprochen!

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